Sensemaking nach Weick ist ein organisatorisches Konzept zur Erklärung, wie Akteure aus fragmentarischen Informationen kohärente Deutungen und Handlungsoptionen herstellen. Es betont retrospektive Interpretation, soziale Prozesse und Identitätsbildung und eignet sich für Krisen, Veränderung und Ambiguität in Organisationen.
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Sensemaking nach Karl E. Weick beschreibt, wie Menschen aus mehrdeutigen Ereignissen eine handlungsfähige, fortlaufend überprüfte Deutung entwickeln.
Weick prägte den organisationswissenschaftlichen Begriff besonders mit seinem Buch Sensemaking in Organizations von 1995. Der Ansatz rückte Interpretation, Identität, soziale Interaktion und nachträgliche Ordnung von Erfahrungen in den Mittelpunkt.
Menschen bemerken einen Bruch oder ein Signal, wählen aus dem Erlebten Hinweise aus und geben ihnen gemeinsam eine plausible Bedeutung. Diese Deutung leitet Handlungen; deren Folgen verändern wiederum die nächste Deutung. Plausibilität und Anschlussfähigkeit zählen neben nachträglicher Genauigkeit.
Akteure erzeugen durch ihr Handeln teilweise erst die Situation, die sie anschließend interpretieren.
Wer sich eine Organisation oder Person versteht, beeinflusst, welche Hinweise relevant erscheinen.
Erfahrungen werden häufig im Nachhinein zu einer verständlichen Geschichte verbunden.
Der Ansatz hilft, Unsicherheit, Veränderung und unterschiedliche Lagebilder in Organisationen zu verstehen. Er ersetzt Faktenprüfung nicht: Plausible Geschichten können unvollständig sein und müssen durch Beobachtung, Dialog und Gegenbeispiele korrigiert werden.
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