Retrospective
Kurzformat zur teaminternen Reflexion und kontinuierlichen Verbesserung nach Sprints oder Iterationen.
Klassifikation
- KomplexitätNiedrig
- AuswirkungOrganisatorisch
- EntscheidungstypOrganisation
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Blaming-Atmosphäre statt konstruktiver Fehleranalyse.
- Zu viele Maßnahmen führen zu geringer Umsetzungskraft.
- Wiederkehrende Themen bleiben ungelöst, wenn Ursachen nicht adressiert werden.
- Timebox strikt einhalten, um Fokus zu bewahren.
- Maximal drei prioritäre Maßnahmen pro Sitzung vereinbaren.
- Ergebnisse dokumentieren und Verantwortlichkeiten sichtbar machen.
I/O & Ressourcen
- Sprint- oder Iterations-Resultate
- Metriken und Kennzahlen
- Beobachtungen und Feedback der Teammitglieder
- Konkrete Maßnahmen mit Verantwortlichkeiten
- Verbesserte Team-Agreements
- Einträge im Backlog zur Nachverfolgung
Beschreibung
Retrospective ist eine strukturierte Team-Praktik zur regelmäßigen Reflexion über Arbeitsweise, Zusammenarbeit und Ergebnisse. In einer zeitlich begrenzten Sitzung identifiziert das Team Erfolge, Probleme und konkrete Verbesserungsmaßnahmen. Die Methode fördert kontinuierliches Lernen, vereinbarte Experimente und benötigt eine moderierende Person für Fokus und Nachverfolgung.
✔Vorteile
- Kontinuierliche Verbesserung durch regelmäßige Reflexion.
- Schnelle Erkennung und Behebung von Prozessproblemen.
- Förderung von Team-Learning und Transparenz.
✖Limitationen
- Wirkungslos ohne Verbindlichkeit und Nachverfolgung der Maßnahmen.
- Kann oberflächlich bleiben, wenn Moderation fehlt.
- Erfordert regelmäßige Durchführung, sonst geht Lerneffekt verloren.
Trade-offs
Metriken
- Umsetzungsrate der Maßnahmen
Anteil der vereinbarten Maßnahmen, die bis zum nächsten Zyklus umgesetzt wurden.
- Wiederkehrende Themen
Anzahl der Themen, die in mehreren Retros wieder auftauchen.
- Team-Zufriedenheit
Qualitative Bewertung der Zufriedenheit mit Arbeitsweise und Verbesserungsschritten.
Beispiele & Implementierungen
Verbesserung der Deploy-Pipeline
Team identifizierte lange Release-Zeiten und vereinbarte zwei Maßnahmen zur Automatisierung und Messung.
Erhöhung der Testabdeckung
Nach wiederkehrenden Fehlern wurde ein Test-Backlog angelegt und Verantwortlichkeiten definiert.
Verbesserte Team-Kommunikation
Das Team führte tägliche Syncs ein und reduzierte dadurch Abstimmungsaufwand und Blocker.
Implementierungsschritte
Rahmenbedingungen definieren: Ziel, Zeitbox und Teilnehmer festlegen.
Daten sammeln: Fakten, Metriken und Beobachtungen vorbereiten.
Durchführung: Moderierte Sitzung mit klaren Aktivitäten (z. B. Start-Stop-Continue).
Maßnahmen priorisieren und Verantwortliche zuweisen.
Nachverfolgung: Maßnahmen in Backlog und nächste Retrospektive prüfen.
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Unverfolgte Maßnahmen führen zu verlorenem Vertrauen.
- Fehlende Dokumentation erschwert spätere Auswertungen.
- Kein klarer Owner für Verbesserungen erhöht Ausführungsrisiko.
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Retrospektive als Ventil für Frust statt strukturiertes Lernen.
- Maßnahmen beschließen, aber nie in den Workflow integrieren.
- Nur Führungskräfte berichten, Teamfeedback wird ignoriert.
Typische Fallen
- Unklare oder zu viele Maßnahmen vereinbaren.
- Keine Messgrößen für Erfolg definieren.
- Wiederholung gleicher Themen ohne Ursachenbearbeitung.
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Begrenzte Zeitfenster pro Sprint
- • Mangelnde Unterstützung durch Management verringert Wirkung
- • Fehlende Moderationskompetenz im Team