AI Unified Process (AIUP)
Ein methodischer Lifecycle für die Entwicklung, Bereitstellung und Governance von KI/ML‑Systemen. Verbindet iterative Modellbildung, MLOps‑Automatisierung und organisatorische Steuerung.
Klassifikation
- KomplexitätHoch
- AuswirkungOrganisatorisch
- EntscheidungstypOrganisation
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Overhead durch zu starke Standardisierung
- Falsche Governance führt zu Verzögerungen im Deploy
- Unzureichendes Monitoring kann Drift übersehen
- Versioniere Daten, Modelle und Pipelines konsistent
- Automatisiere wiederkehrende Prüfungen und Tests
- Integriere Governance‑Checks früh in den Workflow
I/O & Ressourcen
- Business‑Ziel und Erfolgskriterien
- Datensätze mit Metadaten und Schemata
- Infrastruktur für CI/CD und Monitoring
- Versionierte Modelle und Artefakte
- Automatisierte Deployments und Rollback‑Pläne
- Governance‑Berichte und Auditlogs
Beschreibung
Der AI Unified Process (AIUP) ist ein praxisorientiertes Lifecycle‑Modell für die Entwicklung, Bereitstellung und Governance von KI/ML‑Systemen. Es verbindet iterative Modellentwicklung, MLOps‑Automatisierung und organisatorische Steuerung in einem einheitlichen Ablauf. AIUP unterstützt Governance, Reproduzierbarkeit und kontinuierliche Verbesserung. Anpassungen für Unternehmensgröße und Risikoprofile sind vorgesehen.
✔Vorteile
- Konsistente Praktiken über Teams zur Reduktion technischer Risiken
- Verbesserte Reproduzierbarkeit und Auditierbarkeit von Modellen
- Schnellere Iterationen durch automatisierte MLOps‑Pipelines
✖Limitationen
- Erhöhter Einführungsaufwand für kleinere Teams
- Benötigt disziplinierte Datensammlung und Versionierung
- Nicht alle Projekte rechtfertigen vollständige Prozessausprägung
Trade-offs
Metriken
- Time-to-Production
Die Zeit vom Prototyp bis zur stabilen Produktionsversion.
- Model Drift Rate
Häufigkeit und Ausmaß von Performance‑Verschiebungen im Betrieb.
- Reproduzierbarkeitsindex
Anteil der Ergebnisse, die mit gespeicherten Artefakten wiederhergestellt werden können.
Beispiele & Implementierungen
Retail‑Personalisierung
Ein Handelsunternehmen nutzt AIUP zur Standardisierung von Feature‑Engineering, Tests und Monitoring vor Live‑Rollout.
Predictive Maintenance
Hersteller implementiert AIUP zur Integration von Sensordaten, Validierung und Produktrisikoanalyse.
Kreditrisikobewertung
Finanzdienstleister nutzt AIUP, um Compliance‑Kontrollen, Explainability und Revisionsfähigkeit sicherzustellen.
Implementierungsschritte
Assessment der aktuellen Praxis und Toolchain
Definition von Prozessbausteinen und Governance‑Punkten
Automatisierung von Trainings‑, Test‑ und Deploy‑Pipelines
Schulung der Teams und schrittweise Rollout
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Manuelle Schritte in der Trainingspipeline
- Nicht versionierte Konfigurationen und Hyperparameter
- Fehlende standardisierte Monitoring‑Schnittstellen
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Einführung der vollen Methodik für ein einmaliges Experiment
- Governance‑Blockaden, die schnelle Validierung verhindern
- Nur technisches Fokussieren ohne Business‑Metriken
Typische Fallen
- Unterschätzung der Datenaufbereitungskosten
- Fehlende Alerts für Drift und Performanceverlust
- Zu enge Kopplung von Modell und Inferenzinfrastruktur
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Regulatorische Vorgaben für sensible Daten
- • Begrenzte Ressourcen für Infrastrukturautomatisierung
- • Heterogene Toollandschaft im Unternehmen