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method#Architektur#Governance#Delivery#Software‑Engineering

ADR‑Workflow

Strukturierter Workflow zur Erstellung und Nachverfolgung von Architectural Decision Records (ADR).

Der ADR‑Workflow ist ein strukturiertes Verfahren zur Erstellung, Pflege und Entscheidungsnachverfolgung von Architectural Decision Records.
Etabliert
Mittel

Klassifikation

  • Mittel
  • Organisatorisch
  • Architektur
  • Fortgeschritten

Technischer Kontext

Git‑Repository zur Versions‑ und ÄnderungsverfolgungIssue‑Tracker (z. B. Jira, GitHub Issues) zur VerknüpfungDokumentationsplattform (Wiki, Confluence) für Übersicht

Prinzipien & Ziele

Entscheidungen kurz, begründet und versioniert dokumentieren.Klare Verantwortlichkeit für Erstellen und Pflegen von ADRs.ADR als lebendes Artefakt: Reviews und Updates regelmäßig planen.
Erkundung
Unternehmen, Domäne, Team

Use Cases & Szenarien

Kompromisse

  • ADR‑Fülle ohne Qualitätskontrolle führt zu Informationsüberflutung.
  • Unklare Ownership kann zu veralteten oder widersprüchlichen Einträgen führen.
  • Fehlende Verknüpfung zu Implementierung und Backlog reduziert Nutzen.
  • ADR kurz und fokussiert halten; nur relevante Kontexte aufnehmen.
  • Verknüpfungen zu Implementierungs‑Artefakten pflegen.
  • Regelmäßige Reviews in Retrospektiven oder Architektur‑Foren einplanen.

I/O & Ressourcen

  • Problemstatement, Bewertungsalternativen, technische Analysen
  • Stakeholder‑Feedback, Qualitätsanforderungen, Compliance‑Vorgaben
  • Architekturdiagramme, Kosten‑/Betriebsabschätzungen
  • Finalisiertes ADR mit Begründung und Konsequenzen
  • Review‑Log und Verantwortlichkeitszuweisungen
  • Verknüpfte Tasks/Issues für Umsetzungsarbeit

Beschreibung

Der ADR‑Workflow ist ein strukturiertes Verfahren zur Erstellung, Pflege und Entscheidungsnachverfolgung von Architectural Decision Records. Er standardisiert Formate, Verantwortlichkeiten und Review‑Zyklen, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei Architekturentscheidungen zu erhöhen. Er umfasst Templates, Workflow‑Schritte und Integrationspunkte mit Issue‑Trackern.

  • Bessere Nachvollziehbarkeit von Architekturentscheidungen über Zeit.
  • Erleichtert Einarbeitung und Wissenstransfer im Team.
  • Unterstützt Compliance‑Nachweise und Audit‑Prozesse.

  • Erfordert Disziplin; ohne Pflege veralten ADRs schnell.
  • Nicht alle kleinen Entscheidungen brauchen einen formalen ADR.
  • Kann initialen Overhead bei Zeitaufwand und Reviews erzeugen.

  • Anzahl aktiver ADRs

    Zählt gepflegte ADRs innerhalb eines Zeitraums zur Übersicht der Dokumentationsdichte.

  • Zeit bis zur Finalisierung

    Mittelwert der Dauer von Draft bis veröffentlichter ADR.

  • ADR‑Verknüpfungen zur Implementierung

    Anteil der ADRs, die mit Issues/PRs/Tasks verknüpft sind.

Microservice‑Boundary‑Entscheidung

ADR dokumentiert Aufteilung eines Monolithen in zwei Dienste mit Kommunikationsvertrag.

Authentifizierungsanbieter‑Wechsel

ADR mit Migrationsplan von selbstgehosteter Lösung zu OAuth‑Provider.

Speicherformat‑Standardisierung

ADR definiert ein einheitliches JSON‑Schema zur Datenpersistenz.

1

Vorlage auswählen oder erstellen, Format vereinbaren.

2

Entscheidungsfrage formulieren, Alternativen und Kriterien sammeln.

3

Draft erstellen, Peer‑Review durchführen, Verantwortlichkeiten zuweisen.

4

ADR veröffentlichen, mit Issues/Tasks verlinken und periodisch prüfen.

⚠️ Technische Schulden & Engpässe

  • Unklare ADRs erzeugen langfristigen Wartungsaufwand im Team.
  • Nicht umgesetzte ADR‑Entscheidungen führen zu inkonsistenten Architekturen.
  • Fehlende Cleanup‑Prozesse lassen veraltete Entscheidungen anwachsen.
ReviewkapazitätOwnership‑UnklarheitVerknüpfung zu Implementierung
  • ADR als reines Meeting‑Protokoll ohne Entscheidungszusammenhang.
  • ADR veröffentlichen, aber keine Umsetzungsschritte ableiten.
  • ADR als Ersatz für automatisierte Tests oder Metriken verwenden.
  • Fehlende Verlinkung zu Code/Issues reduziert praktische Relevanz.
  • Keine klare Revisionierung führt zu mehreren widersprüchlichen ADRs.
  • Zu starre Vorlagen verhindern pragmatische Entscheidungen.
Architekturverständnis und EntscheidungsanalyseTechnische Schreibkompetenz und prägnante DokumentationModerations‑ und Reviewfähigkeiten mit Stakeholdern
Nachvollziehbarkeit von ArchitekturentscheidungenGovernance und Compliance‑AnforderungenSkalierbarkeit von Entscheidungsprozessen in mehreren Teams
  • Erforderliche Toolintegration (VCS, Issue‑Tracker) vorhanden sein.
  • Organisatorische Zustimmung zu Formaten und Prozessen nötig.
  • Datenschutz/Compliance‑Anforderungen bei sensiblen Entscheidungen beachten.