Zero Trust
Ein sicherheitszentriertes Architekturparadigma, das davon ausgeht, dass keine Identität oder Ressource automatisch vertraut wird. Autorisierung basiert auf kontinuierlicher Verifikation und dem Prinzip der geringsten Rechte.
Klassifikation
- KomplexitätHoch
- AuswirkungOrganisatorisch
- EntscheidungstypArchitektur
- OrganisationsreifeReif
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Fehlende oder fehlerhafte Signale können falsche Sperrungen verursachen
- Übermäßige Lockdowns beeinträchtigen Produktivität und Geschäftsprozesse
- Inkonsistente Implementierungen schaffen Sicherheitslücken
- Beginnen Sie mit kritischen Pfaden und sensiblen Daten
- Automatisieren Sie Policy‑Tests und Rollbacks
- Nutzen Sie Kurzlebige Credentials und Service‑Identitäten
I/O & Ressourcen
- Identitätsdaten und Gruppenmitgliedschaften
- Geräte‑ und Signaltelemetrie
- Bestandsliste von Assets und Datenflüssen
- Feingranulare Zugriffskontrollrichtlinien
- Auditlogs und forensische Telemetrie
- Reduzierte Laterale Bewegung und Angriffserkennung
Beschreibung
Zero Trust ist ein Sicherheitsparadigma, das davon ausgeht, dass kein Netzwerk, kein Benutzer und kein Gerät automatisch vertraut wird. Zugriffsentscheidungen basieren auf kontinuierlicher Verifikation, geringstmöglichen Rechten und kontextuellen Signalen. Es eignet sich zur Absicherung verteilter Cloud‑Umgebungen, hybrider Infrastrukturen und moderner Identitätsflüsse.
✔Vorteile
- Reduzierte Angriffsfläche durch Mikrosegmentierung und minimale Rechte
- Besserer Schutz verteilter Cloud‑ und Hybridumgebungen
- Feingranulare, nachvollziehbare Zugriffskontrollen und Auditierbarkeit
✖Limitationen
- Hoher Aufwand bei Inventarisierung und Policy‑Modellierung
- Komplexität beim Betrieb verteilter Telemetrie und Entscheidungsdiensten
- Abhängigkeit von robuster Identitäts‑ und Geräteverwaltung
Trade-offs
Metriken
- Anteil authentifizierter Zugriffe
Misst den Prozentsatz der Zugriffe, die durch verifizierte Identitäten abgesichert sind.
- Anzahl falsch positiver/negativer Zugriffsablehnungen
Erfasst Fehlentscheidungen von Policy‑Engines und deren Auswirkungen.
- Zeit bis zur Wiederherstellung nach Kompromittierung
Zeitdauer von Erkennung bis vollständiger Wiederherstellung betroffener Dienste.
Beispiele & Implementierungen
Google BeyondCorp (Konzeptbeispiel)
Google beschreibt ein Zero‑Trust‑ähnliches Modell zur Entfernung des traditionellen Perimeters und zur kontextbasierten Zugriffskontrolle.
NIST‑Referenzarchitektur (Guide)
Die NIST‑Publikation SP 800‑207 bietet eine strukturierte Definition, Einsatzszenarien und Empfehlungen für Zero Trust.
Unternehmensmigration in die Cloud
Praktische Fallbeispiele zeigen, wie Firmen Zero Trust nutzen, um SaaS‑Zugriffe und hybride Netze zu härten.
Implementierungsschritte
Start mit Inventarisierung von Identitäten, Assets und Datenflüssen
Definieren von Zonierung, Richtlinien und Minimalrechten
Schrittweise Einführung technischer Kontrollen und Monitoring
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Legacy‑Systeme ohne API‑Kontrolle bleiben exponiert
- Ad‑hoc Richtlinien erhöhen langfristige Wartungskosten
- Fehlende Automatisierung erschwert Skalierung
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Nur MFA einführen und sonst keine Policy‑Verankerung
- Telemetrie sammeln, aber nicht für Entscheidungen nutzen
- Zero Trust als reines Marketing‑Label ohne technische Umsetzung
Typische Fallen
- Zu schnelles Erzwingen harter Richtlinien ohne Monitoring
- Unvollständige Inventarisierung führt zu Lücken
- Fehlende Schulung der Anwender verursacht Frustration
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Abhängigkeit von konsistenten Identitätsdaten
- • Netzwerk‑Latenz kann Richtlinienausführung beeinflussen
- • Regulatorische Anforderungen an Datenlokation und Logging