Technical Risk Assessment
Strukturiertes Vorgehen zur Identifikation, Bewertung und Priorisierung technischer Risiken zur Unterstützung technischer und organisatorischer Entscheidungen.
Klassifikation
- KomplexitätMittel
- AuswirkungTechnisch
- EntscheidungstypArchitektur
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Fehlende Nachverfolgung führt zu wiederkehrenden Problemen.
- Überschätzung der Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen.
- Unvollständige Annahmen erzeugen falsche Prioritäten.
- Regelmäßige, leichtgewichtige Assessments statt einmaliger Großanalysen.
- Verknüpfung von Risiken mit messbaren Metriken und SLAs.
- Klare Zuweisung von Besitz und Eskalationspfaden für jedes Risiko.
I/O & Ressourcen
- Architektur- und Komponentendiagramme
- Betriebs- und Monitoring-Daten
- Sicherheits- und Compliance-Anforderungen
- Risikoregister mit Priorisierung
- Empfohlene technische Maßnahmen und Verantwortlichkeiten
- Metriken und Dashboards zur Nachverfolgung
Beschreibung
Technical Risk Assessment ist ein strukturiertes Verfahren zur Identifikation, Bewertung und Priorisierung technischer Risiken in Systemen und Projekten. Es verbindet technische Analyse mit Kontextbewertung, um fundierte Architektur- und Managemententscheidungen zu ermöglichen. Ergebnis sind priorisierte Maßnahmen zur Risikominderung und Nachverfolgung.
✔Vorteile
- Bessere Entscheidungsgrundlage für Architektur- und Release-Entscheidungen.
- Frühzeitige Identifikation von kritischen Abhängigkeiten und Schwachstellen.
- Gezielte Ressourcenzuweisung für Risikominderung.
✖Limitationen
- Bewertung bleibt teilweise subjektiv und von Erfahrungen abhängig.
- Erfordert aktuelle Architektur- und Betriebsdaten als Grundlage.
- Quantitative Abschätzungen sind ohne geeignete Messdaten schwierig.
Trade-offs
Metriken
- Anzahl identifizierter Risiken
Anzahl der während der Assessment-Phase erfassten technischen Risiken.
- Residual Risk Score
Gewichteter Score nach Minderung, Priorisierung für verbleibendes Risiko.
- Zeit bis zur Implementierung von Gegenmaßnahmen
Zeitspanne von Identifikation bis Umsetzung geplanter Maßnahmen.
Beispiele & Implementierungen
Migration zu Microservices
Assessment identifizierte Netzwerklatenz als Haupttreiber; Ratenbegrenzung und Resilienz-Pattern implementiert.
API-Gateway-Einführung
Risiken von zentralen Ausfallpunkten bewertet; Authentifizierungs- und Failover-Maßnahmen geplant.
Third-Party SDK Upgrade
Kompatibilitäts- und Lizenzrisiken analysiert; Testmatrix und Rückfallplan erstellt.
Implementierungsschritte
Vorbereitung: Ziele, Umfang und Stakeholder definieren.
Datensammlung: Architektur, Logs, SLAs und Historie zusammentragen.
Bewertung: Risiken identifizieren, einordnen und priorisieren.
Maßnahmen: Gegenmaßnahmen planen, Verantwortliche benennen und Fristen setzen.
Review & Monitoring: Ergebnisse überwachen und iterativ aktualisieren.
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Unklare oder fehlende Dokumentation erhöht Aufwand künftiger Assessments.
- Nicht beseitigte Hotfixes schaffen anhaltende Vulnerabilities.
- Fehlende Automatisierung für Metriken erschwert Trendanalysen.
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Risiko-Register wird erstellt, aber Maßnahmen werden nie umgesetzt.
- Nur Security betrachtet, andere technische Risiken ignoriert.
- Bewertung wird verwendet, um Verantwortlichkeit zu vermeiden statt Entscheidungen zu treffen.
Typische Fallen
- Zu breite Scope-Definition macht Bewertung unpraktikabel.
- Fehlende Datenqualität verfälscht Priorisierungen.
- Politische Einflussnahme verzerrt Risikobewertung.
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Zeitdruck vor Releases
- • Begrenzte Zugriffsmöglichkeiten auf Produktionsdaten
- • Regulatorische Vorgaben und Compliance-Rahmen