Retrieval-Augmented Generation (RAG)
Konzept zur Kombination von Informationsabruf und generativen Sprachmodellen, um faktentreue und aktuelle Antworten zu liefern.
Klassifikation
- KomplexitätMittel
- AuswirkungTechnisch
- EntscheidungstypArchitektur
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Halluzinationen bleiben möglich bei schlechtem Retrieval
- Vertraulichkeitsprobleme bei sensiblen Quellen
- Komplexität bei Berechtigungs- und Governance-Modellen
- Quellenverweise immer anhängen und verifizierbare Zitate verwenden.
- Retrieval-Modelle regelmäßig mit aktuellen Daten nachtrainieren oder reindexieren.
- Feinabstimmung von Prompt-Templates und Ranker-Metriken iterativ verbessern.
I/O & Ressourcen
- Dokumentkorpus oder Datenquellen (indexierbar)
- Embedding-Modelle oder Feature-Extraktoren
- Großes Sprachmodell / Generatives Modell
- Generierte Antworten mit Quellenverweisen
- Bewertete Retrievalsätze und Rankings
- Logging und Evaluationsmetriken für Monitoring
Beschreibung
Retrieval-Augmented Generation (RAG) kombiniert externe Informationsabrufe mit großen Sprachmodellen, um faktischere und kontextuell aktuelle Antworten zu erzeugen. Das Konzept verbindet Such-, Index- und Ranking-Komponenten mit generativen Modulen und definiert Schnittstellen, Evaluationskriterien und Governance für wissensintensive Anwendungen. RAG adressiert Genauigkeit und Aktualität von Modellantworten.
✔Vorteile
- Verbesserte Faktenbasis durch externe Quellen
- Aktualität ohne komplettes Re-Training
- Bessere Kontrolle über Antwortquellen
✖Limitationen
- Abhängigkeit von Indexqualität und Coverage
- Risiko inkonsistenter Quellenintegration
- Latenz durch Retrieval-Schritte
Trade-offs
Metriken
- Antwortgenauigkeit (Factuality)
Anteil der Antworten, die durch verifizierbare Quellen gestützt werden.
- Retrieval-Relevanz (Recall@K)
Prozentsatz relevanter Dokumente innerhalb der Top-K-Antworten.
- End-to-End-Latenz
Zeit von Anfrage bis endgültiger Antwort inklusive Retrieval und Generierung.
Beispiele & Implementierungen
Wissensbasierte Chatbots
Chatbot nutzt internen Dokumentindex und RAG zur präzisen Antwortgenerierung.
Fachliche Rechercheunterstützung
RAG unterstützt Analysten durch aggregierte, quellenbasierte Antworten aus mehreren Repositories.
Kombination mit Retrieval-as-a-Service
Integration externer Vektor-Datenbanken zur Verbesserung der Retrieval-Qualität.
Implementierungsschritte
Datenkorpus analysieren und relevante Quellen identifizieren.
Indexierungs- und Embedding-Pipeline einrichten.
Retrieval-Komponente integrieren und Ranker trainieren/konfigurieren.
LLM-Anbindung implementieren, Tests durchführen und Monitoring einrichten.
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Monolithische Indizes ohne Partitionierung führen zu Skalierungsproblemen
- Hardcodierte Prompts und fehlende Test-Suites für Antworten
- Unzureichende Datenversionierung in Wissensquellen
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Freigabe sensibler interner Inhalte über generierte Antworten
- Verwendung veralteter Indizes ohne Reindexing
- Ersetzung menschlicher Prüfung in sicherheitskritischen Antworten
Typische Fallen
- Unterschätzung der Kosten für Embedding-Generierung und Storage
- Schwierigkeiten beim Source-Attribution-Management
- Fehlendes Monitoring für Drift in Retrieval-Performance
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Beschränkte Indexgröße oder Kostenlimits
- • Compliance-Anforderungen für Quellendaten
- • Rechen- und Speicherbedarf für Embedding-Generierung