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concept#Daten#Governance#Produkt#Sicherheit

Ethische Datennutzung

Leitprinzipien und Praktiken für verantwortungsvolle Erhebung, Verarbeitung und Weitergabe von Daten in Organisationen.

Ethical Data Use beschreibt Prinzipien und Praktiken zur verantwortungsvollen Erhebung, Verarbeitung und Weitergabe von Daten in Organisationen.
Etabliert
Mittel

Klassifikation

  • Mittel
  • Organisatorisch
  • Organisation
  • Fortgeschritten

Technischer Kontext

Datenkatalog / Metadaten-RepositoryConsent- und Präferenzmanagement-PlattformLogging- und Auditing-Systeme

Prinzipien & Ziele

Transparenz: Nachvollziehbarkeit von Datennutzung und Entscheidungen.Zweckbindung: Daten nur für klar definierte und legitime Zwecke nutzen.Minimierung: Nur notwendige Daten erheben und speichern.Rechenschaftspflicht: Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen klar regeln.
Erkundung
Unternehmen, Domäne, Team

Use Cases & Szenarien

Kompromisse

  • Reputationsschäden durch fehlerhafte Datennutzung.
  • Bias und Diskriminierung in Entscheidungen und Modellen.
  • Rechtliche Sanktionen bei Nichteinhaltung von Datenschutzvorgaben.
  • Privacy-by-Design und Data Minimization von Anfang an berücksichtigen
  • DPIAs für risikoreiche Datenverarbeitungen verpflichtend durchführen
  • Stakeholder einbinden und transparente Kommunikation pflegen

I/O & Ressourcen

  • Inventar vorhandener Datensätze
  • Regulatorische Anforderungen und Richtlinien
  • Stakeholder- und Risikoanalyse
  • Ethische Datenrichtlinie und Umsetzungsguides
  • DPIA-Berichte und Audit-Logs
  • Trainingsmaterialien und Rollenbeschreibungen

Beschreibung

Ethical Data Use beschreibt Prinzipien und Praktiken zur verantwortungsvollen Erhebung, Verarbeitung und Weitergabe von Daten in Organisationen. Es umfasst rechtliche Anforderungen, Fairness, Transparenz, Zweckbindung und Risikoabwägungen sowie organisatorische Maßnahmen, technische Kontrollen und Prozesse zur Minimierung von Schaden. Ziel ist vertrauenswürdige Datennutzung, Compliance und nachhaltige Wertschöpfung.

  • Steigerung von Vertrauen bei Kund:innen und Stakeholdern.
  • Robustere Rechtskonformität und geringeres Bußgeldrisiko.
  • Besser informierte Entscheidungen durch höhere Datenqualität.

  • Kann Innovationsgeschwindigkeit verlangsamen durch zusätzliche Prüfungen.
  • Grenzüberschreitende Regulierung kann komplexe Anforderungen erzeugen.
  • Ethische Bewertungen sind teilweise subjektiv und kontextabhängig.

  • Anteil der Datensätze mit DPIA

    Prozentualer Anteil der produzierten Datensätze, für die eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchgeführt wurde.

  • Anzahl ethischer Vorfälle

    Registrierte und verifizierte Vorfälle, die ethische Bedenken oder Missbrauchsfälle betreffen.

  • Datenminimierungsquote

    Verhältnis von tatsächlich verwendeten zu ursprünglich gesammelten Datenpunkten.

Krankenhaus: Patientendaten für Forschung

Etablierung von Prozessen zur Pseudonymisierung, Einwilligungsmanagement und Ethikprüfung für Forschungsdatensätze.

E-Commerce: Empfehlungssysteme ohne Diskriminierung

Audit von Trainingsdaten und Implementierung von Fairness-Metriken zur Vermeidung systematischer Benachteiligung.

Stadtverwaltung: Offene Daten mit Datenschutz

Anonymisierung und Aggregation offener Datensätze sowie kommunizierte Nutzungsregeln für Bürgerdaten.

1

Bestandsaufnahme der Datenlandschaft und Stakeholder-Map erstellen

2

Rechtsrahmen und Risiken identifizieren und priorisieren

3

Ethische Richtlinien, Rollen und Kontrollen definieren

4

Technische Maßnahmen (Pseudonymisierung, Zugriffskontrolle) implementieren

5

Monitoring, Audits und kontinuierliche Reviews etablieren

⚠️ Technische Schulden & Engpässe

  • Nicht dokumentierte Datenherkunft und -transformationen
  • Fehlende Zugriffskontrollen auf schützenswerte Datensätze
  • Ad-hoc-Skripte statt reproduzierbarer Datenpipelines
DatenqualitätRechtskonformitätBereichsübergreifende Abstimmung
  • Weitergabe personenbezogener Daten ohne gültige Einwilligung
  • Nutzung sensibler Merkmale zur Entscheidungsautomatisierung ohne Prüfung
  • Verkauf aggregierter Datensätze ohne angemessene Anonymisierung
  • Unklare oder zu breite Einwilligungen erlauben missbräuchliche Nutzung
  • Falsches Vertrauen in vollständige Anonymisierung
  • Fehlende Audit-Trails erschweren Verantwortungsnachweis
Daten-Governance und Data StewardshipRechts- und DatenschutzkenntnisseEthikbewertung und Risikoanalyse
Regulatorische Compliance (z. B. DSGVO)Vertrauen von Kund:innen und ÖffentlichkeitDatenqualität und Nachvollziehbarkeit
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen und Verträge
  • Begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen
  • Altsysteme ohne ausreichende Datenkontrolle