Divergentes Denken
Eine Kreativstrategie zur Generierung vieler unterschiedlicher Ideen und Perspektiven in frühen Innovationsphasen.
Klassifikation
- KomplexitätMittel
- AuswirkungOrganisatorisch
- EntscheidungstypDesign
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Übermäßige Ideenflut ohne Umsetzungsfokus
- Gruppendenken, wenn Diversität fehlt
- Zeitverlust, wenn keine klare Nachverfolgung erfolgt
- Regeln für keine Bewertung in der Divergenzphase strikt einhalten
- Interdisziplinäre Teams einladen, um Perspektiven zu erweitern
- Ergebnisse sofort dokumentieren und Nachverfolgung planen
I/O & Ressourcen
- Klare Problemdefinition oder Zielsetzung
- Nutzer- oder Marktdaten als Inspirationsquelle
- Interdisziplinäres Teilnehmerfeld
- Große Ideensammlung
- Priorisierte Lösungsoptionen
- Konkrete Experiment- oder Prototypideen
Beschreibung
Divergentes Denken ist eine kreative Denkhaltung, die darauf abzielt, viele unterschiedliche Ideen und Perspektiven zu generieren und Annahmen zu hinterfragen. Es fördert Exploration, Prototyping und unkonventionelle Lösungsansätze im frühen Produkt- und Innovationsprozess. Anwendungskontexte sind Workshops, Design Sprints und Problemdefinitionen. Es verlangt offenes Mindset und Moderationsfähigkeiten.
✔Vorteile
- Erzeugt breite Lösungsräume und reduziert frühe Verengung
- Fördert teaminterne Kreativität und Engagement
- Ermöglicht frühe Identifikation neuartiger Chancen
✖Limitationen
- Ergebnisse sind oft unstrukturiert und müssen stark gefiltert werden
- Benötigt Moderation und methodische Disziplin
- Allein angewandt führt es nicht automatisch zu validen Lösungen
Trade-offs
Metriken
- Ideenanzahl pro Session
Anzahl generierter Ideen als Grobindikator für Divergenz.
- Anteil neuer Konzepte
Prozentualer Anteil als Maß für Neuartigkeit der Vorschläge.
- Umsetzungsrate nach Follow-up
Wie viele Ideen zu Experimenten oder Implementierung führen.
Beispiele & Implementierungen
Design Sprint bei einem SaaS-Produkt
Ein Produktteam nutzte divergentes Denken, um drei radikal unterschiedliche Prototypen zu entwickeln und Nutzerannahmen zu validieren.
Ideation-Workshop in einer NGO
Frei mögliche Maßnahmen wurden gesammelt und anschließend in Pilotprojekte überführt.
Interne Hackathon-Phase
Divergentes Denken half, ungewöhnliche Ansätze zu identifizieren, die später skaliert wurden.
Implementierungsschritte
Ziel definieren und Kontext kommunizieren.
Teilnehmer auswählen und Zeitbox festlegen.
Divergente Methoden anwenden und Ideen sammeln.
Clustern, priorisieren und nächsten Validierungsschritt planen.
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Ungepflegte Ideensammlungen ohne Kategorisierung
- Fehlende Traceability von Ideen zu Experimenten
- Prozesslücken zwischen Divergenz und Validierung
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Brainstorming ohne Fokus führt zu irrelevanter Ideensammlung
- Divergenz in späten Implementierungsphasen statt früher Exploration
- Nur Kreativitätssitzungen ohne Nutzervalidierung
Typische Fallen
- Verwechslung von Divergenz mit Planlosigkeit
- Zu starke Moderation, die Ideen erstickt
- Mangelnde Ressourcen für die Translation in Experimente
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Zeitlicher Rahmen (Timebox) erforderlich
- • Klare Aufgabenstellung notwendig
- • Moderationsfähigkeiten und Methodenkenntnis