Command Line Interface (CLI)
Ein textbasiertes Bedienmodell, das Interaktion mit Programmen und Betriebssystemen über Befehle ermöglicht. CLIs sind besonders für Automatisierung, Skripterstellung und präzise Steuerung geeignet.
Klassifikation
- KomplexitätMittel
- AuswirkungTechnisch
- EntscheidungstypArchitektur
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Fehlerhafte Skripte können zu Datenverlust oder Downtime führen.
- Unsichere Standards oder fehlende Berechtigungen erhöhen das Risiko von Missbrauch.
- Fragmentierung durch unterschiedliche Implementationen und Flags.
- Klare, dokumentierte Parameter und Subcommands verwenden.
- Maschinenlesbare Ausgaben (JSON) für Integrationen anbieten.
- Idempotente Befehle und aussagekräftige Exit-Codes gestalten.
I/O & Ressourcen
- Befehlsdokumentation und Manpages
- Zugriff auf Shell- oder Konsole-Umgebung
- Skriptfähige Tools und Bibliotheken
- Ausführbare Skripte und Automatisierungen
- Logs, Reports und Exit-Codes
- Reproduzierbare Betriebszustände
Beschreibung
Command-Line-Interfaces (CLIs) sind textbasierte Benutzerschnittstellen, die es Menschen und Skripten erlauben, über Befehle mit Programmen und Systemen zu interagieren. Sie bieten effiziente Automatisierung, detaillierte Kontrolle und geringen Ressourcenaufwand. CLIs tauschen grafische Auffindbarkeit gegen Geschwindigkeit, Skriptbarkeit und reproduzierbare Workflows.
✔Vorteile
- Hohe Effizienz für erfahrene Nutzer und Automatisierungen.
- Geringer Ressourcenverbrauch und einfache Fernsteuerung.
- Einfache Integration in CI/CD-Pipelines und Skripte.
✖Limitationen
- Eingeschränkte Entdeckbarkeit für neue Benutzer.
- Plattformabhängigkeiten bei Shell-Verhalten und Pfaden.
- Komplexe Befehle können schwer zu dokumentieren und zu warten sein.
Trade-offs
Metriken
- Automatisierungsquote
Anteil der wiederholbaren Aufgaben, die durch CLI-Skripte automatisiert sind.
- Mean Time to Recovery (MTTR) mit CLI
Durchschnittliche Zeit zur Behebung von Vorfällen unter Nutzung von CLI-Interventionen.
- Skript-Wiederverwendbarkeit
Anteil wiederverwendbarer Skriptmodule gegenüber ad-hoc-Skripten.
Beispiele & Implementierungen
Linux-Shell (Bash) für Serververwaltung
Bash bietet typische CLI-Befehle und Skriptfähigkeit für Administrationsaufgaben.
Git-CLI für Versionsverwaltung
Git stellt ein textbasiertes Interface zur Steuerung von Versionskontrolle und Workflows bereit.
Docker CLI für Container-Management
Docker-CLI ermöglicht die Erstellung, Verwaltung und Orchestrierung von Containern über Befehle.
Implementierungsschritte
Anforderungsanalyse: Aufgaben identifizieren, die durch CLI unterstützt werden sollen.
Design: Konsistente Befehls-, Parameter- und Exit-Code-Konventionen definieren.
Implementierung: Befehle und Skripte entwickeln, dokumentieren und testen.
Integration: CLI in CI/CD und Monitoring einbinden.
Betrieb: Schulung, Rechteverwaltung und Versionierung sicherstellen.
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Unrefactorisierte Legacy-Skripte ohne Tests.
- Ad-hoc Utilities ohne zentrale Dokumentation.
- Abhängigkeit von veralteten Shell-Features oder Tools.
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Verwendung von CLI-Befehlen mit Root-Rechten für Routineaufgaben ohne Prüfung.
- Hartkodierte Pfade und Umgebungsvariablen in Skripten.
- Ungetestete Massenoperationen auf Produktionsdaten via CLI.
Typische Fallen
- Annahmen über Shell-Verhalten zwischen Plattformen führen zu Fehlern.
- Fehlende Rückgabewerte und Logging erschweren Fehlerdiagnose.
- Zu enge Berechtigungen verhindern notwendige Automatisierungen.
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Unterschiedliche Shells und Versionen auf Zielsystemen
- • Beschränkte Benutzerrechte bei Remotezugriffen
- • Notwendigkeit von POSIX- oder plattformspezifischen Anpassungen