Augmentation
Konzept zur gezielten Erweiterung menschlicher Fähigkeiten durch Werkzeuge, Prozesse und Schnittstellen zur Unterstützung von Entscheidungsfähigkeit und Produktivität.
Klassifikation
- KomplexitätMittel
- AuswirkungOrganisatorisch
- EntscheidungstypOrganisation
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Übermäßiges Vertrauen in Unterstützung führt zu De-Skilling.
- Falsche oder fehlerhafte Hinweise können Entscheidungen negativ beeinflussen.
- Datenschutz- und Compliance-Risiken bei umfangreichem Kontexttracking.
- Beginnen mit engen, klar definierten Use-Cases.
- Enges Zusammenspiel von Design, Tech und Fachbereich sicherstellen.
- Transparente Kommunikation über Grenzen der Unterstützung.
I/O & Ressourcen
- Kontextdaten (Nutzer, Prozess, technische Telemetrie)
- Definierte Rollen und Verantwortlichkeiten
- Technische Integrationspunkte und Schnittstellen
- Kontextbezogene Hinweise, Checklisten, Visualisierungen
- Messgrößen zur Bewertung von Effizienz und Fehlerreduktion
- Empfohlene Prozessanpassungen oder Trainingsbedarfe
Beschreibung
Augmentation bezeichnet Strategien und Gestaltungsprinzipien zur gezielten Erweiterung menschlicher Fähigkeiten im Arbeitskontext. Der Fokus liegt auf Schnittstellen, Assistenzsystemen und prozessualen Anpassungen, die Wahrnehmung, Entscheidungen und Effizienz verbessern. Es verbindet ergonomische, organisatorische und technologische Maßnahmen zur Leistungssteigerung.
✔Vorteile
- Steigerung von Produktivität und Effizienz durch gezielte Hilfen.
- Verbesserte Entscheidungsqualität durch relevantere Informationen.
- Schnellere Einarbeitung und geringere Fehlerquoten bei Routineaufgaben.
✖Limitationen
- Abhängigkeit von der Qualität und Aktualität der zugrundeliegenden Daten.
- Nicht alle Aufgaben lassen sich sinnvoll automatisiert oder assistiert abbilden.
- Akzeptanzprobleme bei Mitarbeitenden, wenn Eingriffe zu stark sind.
Trade-offs
Metriken
- Durchschnittliche Bearbeitungszeit
Misst Zeitersparnis durch Unterstützung bei Aufgaben.
- Fehlerquote
Anteil fehlerhafter Ausführungen vor und nach Einführung.
- Akzeptanzrate
Anteil der Mitarbeitenden, die die Unterstützung regelmäßig nutzen.
Beispiele & Implementierungen
AR-Assistenz im Maschinenbau
Einsatz von AR-Brillen zur Schritt-für-Schritt-Wartung komplexer Anlagen.
Entscheidungsunterstützung für Kundensupport
Kontextbasierte Hilfen für Support-Mitarbeiter zur schnelleren Problemlösung.
Workflow-Assistenz für operative Teams
Automatisierte Checklisten und Hinweise zur Vermeidung typischer Fehler.
Implementierungsschritte
Analyse: Ziele, Nutzerbedürfnisse und verfügbare Daten erheben.
Prototyping: Low-Fidelity-Prototypen der Unterstützung entwerfen und testen.
Pilotierung: Integration in einen schmalen Produktionskontext und Messen.
Rollout & Iterate: Skalieren mit Feedback- und Verbesserungszyklen.
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Ad-hoc-Integrationen erschweren späteres Refactoring.
- Unstrukturierte Kontextdaten führen zu aufwändigen Nacharbeiten.
- Fehlende Monitoring-Pipelines für Unterstützungswirkung.
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Assistenz liefert unkritisch falsche Schritte, Mitarbeitende folgen blind.
- Einsatz zur Überwachung statt Unterstützung, wodurch Vertrauen sinkt.
- Skalierung ohne ausreichende Kontextdaten führt zu Fehlanpassungen.
Typische Fallen
- Zu schneller Rollout ohne valide Metriken zur Erfolgsmessung.
- Überschätzung der Nutzerakzeptanz für invasive Eingriffe.
- Vernachlässigung von Schulung und Prozessanpassung nach Einführung.
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Rechtliche Vorgaben zum Datenschutz und zur Nachvollziehbarkeit.
- • Technische Limits bei Echtzeitverarbeitung und Sensorik.
- • Budget- und Ressourcenrestriktionen für Pilotphasen.