Adaptation
Adaptation ist das architektonische Prinzip, Systeme zur Laufzeit an veränderte Bedingungen anzupassen, um Verfügbarkeit und Leistung zu sichern.
Klassifikation
- KomplexitätMittel
- AuswirkungTechnisch
- EntscheidungstypArchitektur
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Oszillation durch unzureichende Dämpfung oder zu aggressive Regeln.
- Versteckte Nebenwirkungen bei Änderungen der Topologie oder Konfiguration.
- Fehlende Transparenz erschwert Ursachenanalyse.
- Graduelle Einführung mit Canary-Phasen und Rückrollmechanismen.
- Sorgfältiges Tuning von Hysterese und Dampfung gegen Oszillationen.
- Umfassende Protokollierung und Auditierbarkeit automatischer Aktionen.
I/O & Ressourcen
- Laufzeitmetriken (CPU, Latenz, Fehler)
- SLO/SLA-Richtwerte
- Konfigurations- und Policy-Definitionen
- Konfigurationsänderungen oder Skalierungsaktionen
- Alarmierung und Audit-Logs
- Metrikveränderungen zur Evaluierung der Wirkung
Beschreibung
Adaptation beschreibt die Fähigkeit von Systemen und Architekturen, ihr Verhalten, ihre Konfiguration oder Topologie als Reaktion auf interne Zustandsänderungen oder externe Umweltbedingungen dynamisch anzupassen. Ziel ist es, Robustheit, Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit zu erhalten. Es unterstützt Entscheidungsregeln, Metriken und Rückkopplungsschleifen.
✔Vorteile
- Erhöhte Verfügbarkeit durch automatische Reaktion auf Störungen.
- Bessere Ressourcennutzung durch dynamische Anpassung.
- Schnellere Reaktion auf veränderte Last- und Umweltbedingungen.
✖Limitationen
- Erhöhter Implementierungs- und Betriebsaufwand.
- Potenzielle Instabilität bei schlecht kalibrierten Regeln.
- Nicht alle Probleme eignen sich für automatische Laufzeitanpassung.
Trade-offs
Metriken
- Mean Time To Recover (MTTR)
Zeit bis zur Wiederherstellung eines fehlerhaften Dienstes nach automatischer Anpassung.
- Adaptionsfrequenz
Anzahl vorgenommener Anpassungen pro Zeiteinheit als Indikator für Reaktionsverhalten.
- Stabilitätsrate
Anteil der Anpassungen, die innerhalb einer definierten Stabilisierungsperiode keine negativen Effekte erzeugen.
Beispiele & Implementierungen
Autonomic Computing Konzepte bei IBM
IBM entwickelte autonomic computing als Rahmen für selbstverwaltende Systeme mit Überwachungs- und Reaktionsmechanismen.
Autoscaling in Kubernetes
Kubernetes Horizontal Pod Autoscaler passt Replikationen anhand definierter Metriken zur Laufzeit an.
Feature-Flag-Basierte Rollbacks
Feature-Flags ermöglichen schnelle, kontrollierte Anpassung von Verhalten ohne Deployment.
Implementierungsschritte
Metriken identifizieren und Observability-Pipeline einrichten.
Adaptionsziele und Grenzwerte definieren, inklusive Stabilisierungszeiten.
Automatisierungsregeln implementieren, testen und schrittweise ausrollen.
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Ad-hoc Regeln ohne Zentralisierung erschweren Wartung.
- Unzureichende Dokumentation von Adaptionslogiken.
- Nicht automatisierte Tests für adaptive Szenarien.
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Skalierung allein aufgrund einer kurzzeitigen Messspitze ohne Glättung.
- Automatische Deaktivierung kritischer Funktionen ohne Fallback.
- Einsatz adaptiver Regeln zur Kostensenkung auf Kosten der Verfügbarkeit.
Typische Fallen
- Unterschätzen der Beobachtbarkeitskosten für feingranulare Regeln.
- Fehlende Testabdeckung für adaptive Pfade.
- Verwischen von Verantwortlichkeiten zwischen Automation und Betriebsteam.
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Begrenzte Messbarkeit von Geschäftsmetriken in Echtzeit.
- • Regulatorische Vorgaben verhindern bestimmte automatische Anpassungen.
- • Inkompatible Konfigurationsmodelle zwischen Komponenten.