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concept#Architektur#Softwareentwicklung#Zuverlässigkeit

Actor Model

Ein Konzept zur Modellierung nebenläufiger und verteilter Systeme durch isolierte, zustandsbehaftete Akteure, die ausschließlich per asynchroner Nachricht interagieren.

Das Actor Model ist ein fundamentales Berechnungsmodell für nebenläufige und verteilte Systeme.
Etabliert
Hoch

Klassifikation

  • Hoch
  • Technisch
  • Architektur
  • Fortgeschritten

Technischer Kontext

Nachrichtenbroker (Kafka, RabbitMQ) zur Persistenz/WeiterleitungPersistenzbackends für Snapshots (z. B. Cassandra, PostgreSQL)Monitoring-Tools für Latenz und Neustarts (Prometheus, Grafana)

Prinzipien & Ziele

Isolierung: Akteure kapseln Zustand und interne Logik.Asynchrone Kommunikation: Austausch erfolgt ausschließlich per Nachrichten.Fehlertoleranz durch Supervisoren: Fehler werden lokal behandelt und begrenzt.
Umsetzung
Unternehmen, Domäne, Team

Use Cases & Szenarien

Kompromisse

  • Ungedachte Fehlerszenarien können zu versteckten Neustart-Schleifen führen.
  • Übermäßiges Messaging kann zu Leistungsengpässen und Backpressure führen.
  • Falsche Partitionierung von Verantwortung erzeugt inkonsistente Zustände.
  • Begrenze Actor-Zustand auf das notwendige Minimum.
  • Nutze Supervisoren klar strukturiert und dokumentiert.
  • Implementiere Observability (Metriken, Tracing) für Mailbox- und Restart-Raten.

I/O & Ressourcen

  • Anforderungen an Nebenläufigkeit und Fehlertoleranz
  • Ereignis- oder Nachrichtenquellen
  • Laufzeitumgebung mit Actor-Implementierung (z. B. Akka, Erlang, Orleans)
  • Isolierte, zustandsbehaftete Komponenten
  • Verbesserte Fehlertoleranz durch Supervisor-Strategien
  • Skalierbare Message-Processing-Pipelines

Beschreibung

Das Actor Model ist ein fundamentales Berechnungsmodell für nebenläufige und verteilte Systeme. Es modelliert Akteure als isolierte, zustandsbehaftete Einheiten, die durch asynchrone Nachrichten kommunizieren. Es erleichtert Skalierung, Fehlertoleranz und lose Kopplung, erfordert aber bewusstes Design von Zustandsmanagement und Fehlerstrategien. Häufige Implementierungen nutzen Mailboxen, Supervisor-Hierarchien und fehlertolerante Muster.

  • Skalierbarkeit durch lose Kopplung und unabhängige Ausführungsinstanzen.
  • Verbesserte Fehlereindämmung durch Supervisor-Hierarchien.
  • Klares Mentalmodell für nebenläufige Prozesse und Zustandsverwaltung.

  • Zustandsmanagement über viele Akteure hinweg kann komplex werden.
  • Verteilte Konsistenz und Transaktionen sind nicht automatisch gelöst.
  • Debugging asynchroner Nachrichtenflüsse erfordert spezialisierte Tools.

  • Mailbox-Latenz

    Mittlere Zeit zwischen Nachrichteneingang und -bearbeitung.

  • Actor-Neustart-Rate

    Anzahl der Neustarts pro Actor pro Zeiteinheit.

  • Durchsatz pro Actor-Typ

    Verarbeitete Nachrichten pro Sekunde für einen Actor-Typ.

Erlang/OTP Supervisors

Erlang implementiert Actor-ähnliche Prozesse mit Supervisor-Bäumen zur Fehlereindämmung.

Akka (JVM) Actor-System

Akka bietet ein skalierbares Actor-Framework mit Typed Actors und Supervisor-Strategien.

Orleans (Microsoft) Virtual Actors

Orleans nutzt das Virtual-Actor-Modell für vereinfachte Lebenszyklusverwaltung und Skalierung.

1

Konzeption: Grenzen von Akteuren und Nachrichtenfluss definieren.

2

Prototyp: kritische Komponenten als Actors implementieren und messen.

3

Sicherung: Supervisor-Strukturen und Persistenz-/Snapshot-Strategien einführen.

⚠️ Technische Schulden & Engpässe

  • Unzureichende Snapshot- und Migrationsstrategien für Actor-Zustand.
  • Ad-hoc Supervisor-Regeln ohne Tests und Rollback-Pläne.
  • Keine standardisierte Nachrichtenformatierung führt zu Kompatibilitätsproblemen.
Mailbox-BacklogZustandskonsistenzInter-Actor-Kommunikation
  • Verwendung von Actors als Ersatz für fehlende Transaktionslogik.
  • Persistenz von großen Zuständen direkt in Actor-Speicher statt externalisieren.
  • Fehlerhafte Supervisor-Konfiguration, die wiederholte Neustarts erzeugt.
  • Unterschätze Latenz bei verteilten Nachrichtenwegen.
  • Ignoriere Backpressure-Strategien bei hohen Lasten.
  • Vernachlässige Monitoring und Alerting für Neustart-Raten.
Verständnis von asynchroner Programmierung und NebenläufigkeitKenntnis von Actor-Frameworks und deren LaufzeitverhaltenErfahrung mit verteilten Systemen und Fehlertoleranzmustern
Nebenläufigkeit und SkalierbarkeitFehlertoleranz und SelbstheilungGeringe Kopplung und modulare Zustandsverwaltung
  • Keine eingebauten verteilten Transaktionen; externe Koordination nötig.
  • Abhängigkeit von Laufzeit für Mailbox- und Supervisor-Verhalten.
  • Latenz und Durchsatz werden durch Messaging-Infrastruktur begrenzt.