Server-Side Rendering (SSR)
Strategie, bei der HTML auf dem Server gerendert und vollständig an den Client geliefert wird, um initiale Ladezeit und SEO zu verbessern.
Klassifikation
- KomplexitätMittel
- AuswirkungTechnisch
- EntscheidungstypArchitektur
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Überlastung bei hohem Traffic ohne geeignete Caches
- Inkonsistente Rendering-Resultate zwischen Client und Server
- Sicherheitsrisiken durch serverseitige Template-Injektionen
- Edge- oder CDN-Caching für häufig angefragte Seiten verwenden
- Hydration schrittweise durchführen, um Time-to-Interactive zu verbessern
- Serverlast mit Rendering-Queues oder Pre-rendering reduzieren
I/O & Ressourcen
- URL-Routing, Templates oder Komponenten für Server-Rendering
- Serverseitige Datenquellen / APIs für initiale Inhalte
- Caching-Strategie (CDN, Edge, Server-Cache)
- Vollständig gerendertes HTML pro Anfrage
- Metadaten für SEO und Social Previews
- Client-hydrierbare Zustandsdaten
Beschreibung
Server-Side Rendering (SSR) liefert vom Server gerendertes HTML pro Anfrage, was First-Contentful Paint und SEO für Webanwendungen verbessert. Es reduziert die anfängliche Client-Arbeit, erhöht jedoch Server-Last und Architekturkomplexität. SSR wird oft für inhaltsorientierte Seiten und SPAs eingesetzt, die schnelle erste Renderings und bessere Sichtbarkeit in Suchmaschinen benötigen.
✔Vorteile
- Verbesserte SEO und Suchmaschinen-Indexierung
- Schnellere Time-to-First-Render für Endnutzer
- Bessere Social-Preview-Unterstützung für Crawler
✖Limitationen
- Erhöhte Serverlast und Skalierungsbedarf
- Komplexere Infrastruktur und Deployments
- Teilweise Verzögerung durch serverseitige Datenabrufe
Trade-offs
Metriken
- Time to First Byte (TTFB)
Zeit, bis der erste Byte vom Server beim Client eintrifft; beeinflusst SSR-Latenz.
- First Contentful Paint (FCP)
Zeit bis zum ersten sichtbaren Inhalt; wichtig für Nutzerwahrnehmung bei SSR.
- Server-Requests pro Sekunde
Anzahl der gerenderten Seitenaufrufe pro Sekunde; relevant für Kapazitätsplanung.
Beispiele & Implementierungen
Next.js-Standard-SSR
Next.js bietet integrierte SSR-Funktionen für React-Anwendungen und serverseitige Datenbeschaffung.
Ruby on Rails rendering
Klassische serverseitige Templates in Rails liefern HTML direkt vom Server ohne Client-Hydration.
E-Commerce-Shop mit SSR und CDN
Produktseiten werden serverseitig gerendert und über ein CDN zwischengespeichert, um globale Performance zu erreichen.
Implementierungsschritte
Analyse der Anforderungen: SEO, Performance, Personalisierung
Auswahl eines Frameworks/Stack mit SSR-Unterstützung
Einführung von Caching, CDN und Monitoring vor Rollout
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Spaghetticode für serverseitige Templates
- Veraltete Rendering-Strategien ohne schrittweise Migration
- Unzureichende Observability für Server-Render-Pfade
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- SSR für rein interne Admin-Tools ohne SEO-Bedarf einführen
- Persistente Server-Render-Jobs ohne Rate-Limiting bei hohem Traffic
- Komplexe Hydration-Logik direkt in Templates statt modularem JS
Typische Fallen
- Ignorieren von Cache-Invaliderung führt zu veralteten Inhalten
- Unterschätzen von Rendering-Kosten bei Traffic-Spitzen
- Fehlende Tests für SSR- und CSR-Pfade führt zu Rendering-Fehlern
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Notwendigkeit stabiler Netzwerkverbindungen zum Rendering-Cluster
- • Limitierte Serverkapazität bei Burst-Traffic
- • Kompatibilität mit bestehenden Client-Frameworks