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concept#Daten#Analyse#Architektur

Wahrscheinlichkeitsverteilung

Mathematisches Modell, das die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer Zufallsvariablen beschreibt und in Analyse, Simulation sowie Inferenz eingesetzt wird.

Eine Wahrscheinlichkeitsverteilung beschreibt, wie Wahrscheinlichkeiten über mögliche Ereignisse oder Werte verteilt sind.
Etabliert
Mittel

Klassifikation

  • Mittel
  • Technisch
  • Design
  • Fortgeschritten

Technischer Kontext

Statistikbibliotheken (SciPy, R stats)Simulations- und Monte-Carlo-FrameworksDatenpipelines und ETL-Systeme

Prinzipien & Ziele

Explizite Modellannahmen dokumentierenDiskrete und stetige Fälle sauber trennenParametrische und nichtparametrische Methoden abwägen
Erkundung
Domäne, Team

Use Cases & Szenarien

Kompromisse

  • Überanpassung an historische Verteilungen
  • Unangemessene Verwendung für Extremereignisse
  • Vernachlässigung von Abhängigkeiten zwischen Variablen
  • Annäherung an reale Daten prüfen, nicht blind Standardverteilungen annehmen
  • Unsicherheit explizit quantifizieren und kommunizieren
  • Robustheit gegen Ausreißer und Modellverletzungen testen

I/O & Ressourcen

  • Stichprobendaten oder beobachtete Messwerte
  • Annahmen zur Form der Verteilung oder Priors
  • Rechenressourcen für Schätzung und Simulation
  • Parametrisierte Verteilungsfunktionen
  • Unsicherheitsmaße und Konfidenzintervalle
  • Simulierte Stichproben und Vorhersageverteilungen

Beschreibung

Eine Wahrscheinlichkeitsverteilung beschreibt, wie Wahrscheinlichkeiten über mögliche Ereignisse oder Werte verteilt sind. Sie formalisiert Zufallsvariablen mittels Dichte-, Masse- oder Verteilungsfunktionen für diskrete und stetige Fälle. Verteilungen sind zentral für Statistik, Simulation, Inferenz, probabilistische Modellierung, Risikobewertung sowie Entscheidungsanalyse in Forschung und Praxis.

  • Ermöglicht quantitative Unsicherheitsabschätzung
  • Grundlage für Simulationen und Vorhersagen
  • Unterstützt robuste Entscheidungsanalysen

  • Falsche Verteilungsannahmen führen zu Fehlschlüssen
  • Parametrische Modelle sind weniger flexibel bei Multimodalität
  • Schwierigkeiten bei kleinen Stichproben oder fehlenden Daten

  • Log-Likelihood

    Maß für die Anpassung eines parametrischen Modells an beobachtete Daten.

  • Kullback-Leibler-Divergenz

    Distanzmaß zwischen zwei Wahrscheinlichkeitsverteilungen.

  • Quantile-Abweichung

    Vergleich bestimmter Quantile zur Bewertung der Verteilungspassung.

Normalverteilung für Messrauschen

Sensorfehler werden häufig durch eine Normalverteilung modelliert, um Unsicherheit und Filterung zu quantifizieren.

Poisson-Verteilung in Warteschlangen

Ankunftsraten diskreter Ereignisse werden durch Poisson-Modelle beschrieben, z. B. Anfragen pro Minute.

Exponentialverteilung für Lebensdauern

Zeit bis zum Ausfall einfacher Komponenten lässt sich oft mit einer Exponentialverteilung annähern.

1

Daten explorativ analysieren und geeignete Verteilungsfamilien prüfen

2

Parametrische oder nichtparametrische Methoden auswählen und anpassen

3

Modell validieren, kalibrieren und in Produktionsprozess integrieren

⚠️ Technische Schulden & Engpässe

  • Hartkodierte Verteilungsannahmen in Pipelines
  • Fehlende Testdaten für Randfälle
  • Unzureichende Monitoring-Metriken für Verteilungsdrift
Datenqualität und StichprobengrößeRechenaufwand bei Monte-Carlo-SimulationenModellauswahl bei nichtstationären Prozessen
  • Annahme von Normalverteilung für stark schiefe Daten ohne Transformation
  • Verwendung kleiner Stichproben für komplexe Verteilungsschätzungen
  • Übermäßiges Vertrauen in parametrisierte Vorhersagen in extremen Szenarien
  • Verwechslung von Stichprobenverteilung und zugrundeliegender Verteilung
  • Unzureichende Validierung bei Modellwechsel
  • Nichtberücksichtigung von Messfehlern
Grundlagen der WahrscheinlichkeitstheorieStatistische Schätzung und TestverfahrenPraktische Erfahrung mit Statistikbibliotheken
Datencharakteristik (diskret/stetig, Multimodalität)Erforderliche Genauigkeit und UnsicherheitsmaßeRechen- und Speicherbeschränkungen für Simulationen
  • Verfügbare historische Datenmenge
  • Rechenzeitlimits in Echtzeitsystemen
  • Regulatorische Vorgaben für Risikomodelle