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concept#Architektur#Governance#Integration#Software Engineering

ISO/IEC 42010

Internationaler Standard für Architekturbeschreibung von Systemen und Software zur Definition von Views, Viewpoints und Stakeholder-Anforderungen.

ISO/IEC 42010 ist ein internationaler Standard zur Beschreibung der Architektur von Systemen und Software.
Etabliert
Mittel

Klassifikation

  • Mittel
  • Organisatorisch
  • Architektur
  • Reif

Technischer Kontext

Enterprise-Architecture-Repository (z. B. ArchiMate-Tools)Issue- und AnforderungsmanagementsystemeCI/CD- und Deployment-Pipelines für Traceability

Prinzipien & Ziele

Klare Trennung von Viewpoints und ViewsStakeholder-zentrierte DokumentationNachvollziehbarkeit von Anforderungen zu Architekturentscheidungen
Erkundung
Unternehmen, Domäne

Use Cases & Szenarien

Kompromisse

  • Überdokumentation ohne Nutzen für Entscheidungsfindung
  • Unvollständige Views führen zu Fehlentscheidungen
  • Mangelnde Pflege der Architekturbeschreibung im Betrieb
  • Fokus auf wenige, relevante Viewpoints pro Stakeholdergruppe
  • Kontinuierliche Pflege und Verknüpfung zu Entscheidungen
  • Automatisierte Checks für Konformität und Vollständigkeit

I/O & Ressourcen

  • Stakeholderliste
  • Funktionale und nicht-funktionale Anforderungen
  • Systemkontext und Schnittstellenbeschreibung
  • Architekturdokumentation (Views, Viewpoints)
  • Traceability-Matrizen und Entscheidungssprotokolle
  • Governance- und Conformance-Reports

Beschreibung

ISO/IEC 42010 ist ein internationaler Standard zur Beschreibung der Architektur von Systemen und Software. Er definiert Konzepte wie Stakeholder, Viewpoints und Views sowie Anforderungen an Architekturdokumentation und -Frameworks. Der Standard unterstützt konsistente, nachvollziehbare Architekturkommunikation und Vergleichbarkeit über Projekte hinweg. Er ist Grundlage für Architekturbeschreibung und Governance.

  • Erhöhte Konsistenz in Architekturdarstellungen über Teams hinweg
  • Bessere Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und Anforderungen
  • Erleichtert Governance und Compliance-Prüfungen

  • Erhöhter Dokumentationsaufwand, insbesondere initial
  • Benötigt disziplinierte Stakeholder-Zusammenarbeit
  • Standard legt Format nicht vollständig fest; Interpretationsspielraum bleibt

  • Anzahl gepflegter Views

    Zählt die aktiven und aktuell gehaltenen Architekturdarstellungen.

  • Traceability-Quote

    Verhältnis der dokumentierten Entscheidungen zu zugehörigen Anforderungen.

  • Stakeholder-Abdeckungsgrad

    Prozentualer Anteil der relevanten Stakeholder, für die Views existieren.

Enterprise-Architektur-Repository

Zentrale Sammlung von Views und Viewpoints für ein Unternehmens-IT-Portfolio.

Produktlinien-Architekturdokumentation

Dokumentation gemeinsamer und variabler Elemente innerhalb einer Produktfamilie.

Architekturentscheidungsprotokoll

Nachvollziehbare Aufzeichnung von Architekturentscheidungen mit zugehörigen Views.

1

Stakeholder identifizieren und Viewpoints priorisieren

2

Templates für Views und Architekturdokumente einführen

3

Piloten mit einer Domäne durchführen und Feedback einarbeiten

4

Governance-Prozesse und Pflegezyklen etablieren

⚠️ Technische Schulden & Engpässe

  • Veraltete Views ohne Traceability zu aktuellen Implementierungen
  • Fehlende Automatisierung zur Überprüfung von Konformität
  • Inkonsistente Begriffsnutzung in Architekturbeschreibungen
DokumentationspflegeStakeholder-AlignmentKomplexitätsmanagement
  • Dokumentation als alleiniger Kontrollmechanismus ohne Review
  • Verpflichtung zur vollständigen Formalisierung in jeder Iteration
  • Verwendung des Standards als reines Compliance-Label
  • Zu enges Festhalten an Templates verhindert sinnvolle Abweichungen
  • Nichtbeachtung des Betriebsführungsaspekts beim Dokumentationsaufwand
  • Unklare Verantwortlichkeiten für Pflege und Aktualisierung
Architekturdenken und ModellierungserfahrungStakeholder-Moderation und KommunikationsfähigkeitKenntnis von Qualitätsattributen und Bewertungsmethoden
Stakeholder-Anforderungen und -SichtenQualitätsattribute wie Sicherheit, Performanz und WartbarkeitUnternehmens- und Domain-Governance
  • Vorhandene Organisatorische Prozesse und Tools
  • Begrenzte Kapazität für initiale Dokumentation
  • Vertraulichkeits- und Compliance-Anforderungen