Data Pipeline
Strukturierte Abfolge von Prozessen zum Erfassen, Transformieren und Bereitstellen von Daten für Ziele wie Analyse, Speicherung oder Anwendungen.
Klassifikation
- KomplexitätMittel
- AuswirkungTechnisch
- EntscheidungstypArchitektur
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Dateninkonsistenzen durch unvollständige Fehlerbehandlung.
- Übermäßige Kopplung zwischen Pipelines und Quellsystemen.
- Skalierungsengpässe bei ungeeigneter Infrastrukturplanung.
- Versionierung von Daten und Pipelines sicherstellen.
- Schema-Validation und Data Quality Gates einbauen.
- Observability (Metriken, Logs, Traces) standardisieren.
I/O & Ressourcen
- Quellsysteme (Datenbanken, APIs, Logs)
- Schema- und Qualitätsregeln
- Orchestrierungs- und Laufzeitumgebung
- Transformierte Datensätze in Zielspeichern
- Monitoring- und Audit-Logs
- Benachrichtigungen und Alarme bei Fehlern
Beschreibung
Eine Data Pipeline ist eine strukturierte Folge von Prozessen zum Erfassen, Transformieren und Laden von Daten zwischen Quellsystemen und Zielsystemen. Sie stellt Automatisierung, Überwachung und Fehlerbehandlung sicher und ermöglicht reproduzierbare Datenflüsse für Analysen, Berichte und Anwendungen. Typische Komponenten sind Ingestion, Verarbeitung, Orchestrierung und Speicherung.
✔Vorteile
- Automatisierte, reproduzierbare Datenflüsse reduzieren manuellen Aufwand.
- Konsistente Transformationen ermöglichen verlässliche Analysen.
- Skalierbare Architektur erlaubt wachsendes Datenvolumen zu handhaben.
✖Limitationen
- Betrieb und Observability erzeugen zusätzlichen Aufwand.
- Komplexe Pipelines erhöhen die Fehlersuche und Wartungskosten.
- Latenzanforderungen können Architekturentscheidungen einschränken.
Trade-offs
Metriken
- Durchsatz (Records/s)
Menge der verarbeiteten Datensätze pro Sekunde.
- Latenz (End-to-End)
Zeit vom Erfassen bis zur Verfügbarkeit im Zielsystem.
- Fehlerrate
Anteil fehlgeschlagener Verarbeitungsvorgänge.
Beispiele & Implementierungen
Batch-ETL für Finanzberichte
Wöchentlich aggregierte Transaktionen werden extrahiert, validiert und in ein Data Warehouse geladen.
Streaming-Pipeline für Nutzungsmetriken
Echtzeit-Events werden verarbeitet, berechnet und in Time-Series Stores geschrieben.
Hybrid-Pipeline für IoT-Sensoren
Kurzfristige Edge-Aggregation kombiniert mit zentraler Batch-Verarbeitung für Langzeitspeicherung.
Implementierungsschritte
Anforderungen und Datenquellen analysieren
Zielarchitektur und Komponentenschnittstellen definieren
Proof-of-Concept für Kernkomponenten erstellen
Automatisierte Tests und Monitoring integrieren
Schrittweise Migration und Produktionsbetrieb aufnehmen
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Hartkodierte Pfade und Credentials in Pipelines.
- Fehlende automatische Tests für Transformationslogik.
- Unzureichende Dokumentation von Schnittstellen und Schemata.
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Echtzeitanforderungen mit reinem Batch-Design lösen.
- Unkontrollierte Duplikation von Transformationslogik in mehreren Pipelines.
- Fehlende Testdaten und Validierungsregeln vor Live-Schaltung.
Typische Fallen
- Unterschätzen der Aufwände für Observability und Betrieb.
- Ignorieren von Schema-Evolution und Kompatibilität.
- Zu frühe Optimierung statt klarer, einfacher Erstimplementierung.
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Datenschutz- und Compliance-Anforderungen
- • Beschränkungen der Quellsysteme (Rate-Limits)
- • Budgetrestriktionen für Infrastruktur