Behavior Change Game
Ein strukturiertes Konzept zur Gestaltung spielerischer Interventionen, die Verhaltensänderungen in Organisationen oder Produkten unterstützen.
Klassifikation
- KomplexitätMittel
- AuswirkungOrganisatorisch
- EntscheidungstypDesign
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Unbeabsichtigte negative Verhaltensanreize
- Manipulative Wahrnehmung durch Nutzer
- Fehlende Nachhaltigkeit bei falscher Implementierung
- Transparenz gegenüber Betroffenen herstellen
- Mit Pilotgruppen iterieren
- Ethik-Reviews vor größeren Rollouts
I/O & Ressourcen
- Zielgruppenanalyse
- Messbare Verhaltensziele
- Datenquellen für Monitoring
- Konkrete Interventionen und Prototypen
- Metriken und Beobachtungsplan
- Rollout- und Evaluationsstrategie
Beschreibung
Das Behavior Change Game ist ein konzeptioneller Rahmen, der spielerische Elemente und strukturierte Interventionen kombiniert, um Verhaltensweisen gezielt zu beeinflussen. Es hilft Teams, Situationen, Hebel und Nebenwirkungen systematisch zu analysieren und praktikable Maßnahmen zu planen. Anwendungsspektrum reicht von Produktdesign bis zu organisatorischen Routinen.
✔Vorteile
- Schnell validierbare Hypothesen zu Verhalten
- Konzentration auf konkrete Hebel statt allgemeiner Ratschläge
- Fördert interdisziplinäre Zusammenarbeit
✖Limitationen
- Nicht alle Verhaltensänderungen sind kurzfristig stabil
- Kann kulturelle oder ethische Bedenken auslösen
- Erfordert Messbarkeit von Zielverhalten
Trade-offs
Metriken
- Verhaltenskonversionsrate
Anteil der Nutzer, die das gewünschte Verhalten zeigen.
- Retention nach Intervention
Messung wie lange Verhaltensänderungen bestehen bleiben.
- Nebenwirkungsindikatoren
Indikatoren für unerwünschte Verhaltensänderungen oder Schäden.
Beispiele & Implementierungen
Onboarding-Spiel im FinTech-Produkt
Kleines Gamification-Experiment steigerte die Abschlussrate durch schrittweise Aufgaben und Belohnungen.
Team-Punkte für Wissensaustausch
Implementierung eines Punktesystems förderte freiwillige Wissensdokumentation im Team.
COM-B-gestützte Prozessveränderung
Nutzung des COM-B-Modells zur Identifikation von Fähigkeiten, Gelegenheiten und Motivation vor Interventionen.
Implementierungsschritte
Ziele und Messgrößen definieren
COM-B oder ähnliche Modelle anwenden
Kleine Testinterventionen entwerfen und messen
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Fehlende Infrastruktur zur langfristigen Messung
- Hardcodierte Belohnungslogiken ohne Konfigurierbarkeit
- Veraltete Datenerhebungsprozesse
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Anreize, die Wettbewerbsverzerrungen im Team erzeugen
- Versteckte Manipulation statt offener Kommunikation
- Metrik-Fokussierung ohne Nutzerkontext
Typische Fallen
- Korrelation mit Ursache verwechseln
- Erfolgsanzeichen zu früh bewerten
- Unzureichende Segmentierung der Zielgruppen
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Datenschutz- und Compliance-Anforderungen
- • Begrenzte Entwicklungsressourcen
- • Kulturelle Unterschiede in Zielgruppen