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concept#Sicherheit#Architektur#Softwareentwicklung

Angriffsfläche

Konzept zur Beschreibung aller exponierten Schnittstellen, Komponenten und Prozesse eines Systems, über die Angriffe möglich sind.

Die Angriffsfläche bezeichnet alle exponierten Schnittstellen, Komponenten und Konfigurationen eines Systems, über die ein Angreifer Zugang gewinnen oder Schaden anrichten kann.
Etabliert
Hoch

Klassifikation

  • Mittel
  • Technisch
  • Architektur
  • Fortgeschritten

Technischer Kontext

API-Gateways und Service-MeshCI/CD-Pipelines für SicherheitsscansInventory- und CMDB-Systeme

Prinzipien & Ziele

Minimaler Angriffsvektor: nur notwendige Schnittstellen offenlassen.Verteidigung in der Tiefe: mehrere Schutzschichten kombinieren.Least Privilege: Berechtigungen restriktiv vergeben.
Erkundung
Unternehmen, Domäne, Team

Use Cases & Szenarien

Kompromisse

  • Unentdeckte Expositionen führen zu nicht adressierten Angriffsvektoren.
  • Fokus nur auf technische Schnittstellen vernachlässigt menschliche oder prozessuale Vektoren.
  • Falsche Priorisierung kann Ressourcen von kritischeren Maßnahmen abziehen.
  • Implementiere Least-Privilege prinzipien für alle Services.
  • Reduziere Angriffsflächen durch Netzwerksegmentierung.
  • Automatisiere Erkennung und Tests der exponierten Endpunkte.

I/O & Ressourcen

  • System- und Netzwerkarchitekturdiagramme
  • API- und Endpunkt-Inventory
  • Konfigurations- und Berechtigungslisten
  • Angriffsflächen-Register mit Prioritäten
  • Empfohlene Härtungsmaßnahmen und Verantwortlichkeiten
  • Monitoring- und Alarmierungsregeln

Beschreibung

Die Angriffsfläche bezeichnet alle exponierten Schnittstellen, Komponenten und Konfigurationen eines Systems, über die ein Angreifer Zugang gewinnen oder Schaden anrichten kann. Sie umfasst Code, APIs, Netzwerke, Benutzeroberflächen und Betriebsprozesse. Das Konzept hilft, Risiken zu identifizieren, Prioritäten für Härtung zu setzen und Sicherheitsmaßnahmen gezielt zu planen.

  • Reduzierte Angriffsflächen verringern die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Angriffe.
  • Priorisierung von Härtungsmaßnahmen durch Fokussierung auf kritische Expositionen.
  • Bessere Nachvollziehbarkeit und Überwachung sensibler Schnittstellen.

  • Komplette Eliminierung aller Angriffsflächen ist praktisch nicht möglich.
  • Erfordert kontinuierliche Pflege bei Änderungen und Deployments.
  • Kann Entwicklungsaufwand und Komplexität erhöhen, wenn zu restriktiv umgesetzt.

  • Anzahl exponierter Endpunkte

    Zählt öffentlich oder intern erreichbare Schnittstellen pro System.

  • Zeit bis zur Schließung kritischer Expositionen

    Mittelwert der Zeit zwischen Entdeckung und Behebung kritischer Schwachstellen.

  • Anteil automatisierter Härtungsprüfungen

    Prozentualer Anteil der Prüfungen, die automatisiert erfolgen.

API-Gateway-Absicherung

Reduktion exponierter Endpunkte durch Stricte Routing- und Authentifizierungsregeln.

Legacy-Dienst isolieren

Legacy-Komponente hinter einem Reverse-Proxy und eingeschränkten Netzwerkregeln platzieren.

Cloud-Storage-Härtung

Öffentliche Buckets vermeiden, minimal notwendige Berechtigungen vergeben.

1

Bestandsaufnahme: alle Schnittstellen und Komponenten inventarisieren.

2

Kategorisierung nach Exposition und Kritikalität.

3

Definition von Standard-Härtungsmaßnahmen für Typen von Endpunkten.

4

Integration automatischer Scans in CI/CD-Pipelines.

5

Regelmäßige Reviews und Anpassung nach Änderungen.

⚠️ Technische Schulden & Engpässe

  • Unklare oder fehlende Dokumentation zu Schnittstellen.
  • Manuelle, nicht automatisierte Scans und Reviews.
  • Legacy-Komponenten mit unsicherer Konfiguration.
fehlende Inventarisierungunklare Verantwortlichkeitenmanuelle Reviews
  • Nur extern sichtbare Endpunkte prüfen, interne API-Aufrufe übersehen.
  • Angriffsfläche ausschließlich mit Blackbox-Scans beurteilen.
  • Härtungsmaßnahmen ohne Priorisierung und Ressourcenplanung umsetzen.
  • Veraltete Inventare führen zu falscher Risikoeinschätzung.
  • Zu enge Sicht nur auf Technologie, nicht auf Prozesse und Menschen.
  • Automatisierung ohne Qualitätskontrolle erzeugt Blindspots.
Sicherheits- und BedrohungsmodellierungNetzwerk- und SystemarchitekturverständnisPraktische Erfahrung mit Härtungsmaßnahmen
Minimierung exponierter SchnittstellenAutomatisierbare SicherheitsprüfungenResiliente Netzwerksegmentierung
  • Legacy-Komponenten mit begrenzter Modifikationsmöglichkeit
  • Regulatorische Anforderungen an Verfügbarkeit und Logging
  • Ressourcen- und Budgetlimits für Sicherheitsmaßnahmen