Anwendungsarchitektur
Konzept für Struktur, Schnittstellen und Laufzeitverhalten von Anwendungen zur Steuerung von Skalierbarkeit, Wartbarkeit und Integration.
Klassifikation
- KomplexitätHoch
- AuswirkungTechnisch
- EntscheidungstypArchitektur
- OrganisationsreifeReif
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Überarchitektur ohne Business-Nutzen
- Inkonsistente Schnittstellen durch fehlende Governance
- Performance‑Hotspots durch falsche Partitionierung
- Pragmatische Modularisierung nach Domänen
- Automatisierte Tests und Observability früh integrieren
- APIs versionieren und Verträge stabil halten
I/O & Ressourcen
- Geschäftsanforderungen und SLAs
- Bestehende Systemdokumentation
- Nicht-funktionale Anforderungen (Performance, Sicherheit)
- Architekturdokumente und Entscheidungsmatrix
- Schnittstellen- und Integrationskonzept
- Roadmap für Migration und Implementierung
Beschreibung
Die Anwendungsarchitektur beschreibt die übergeordnete Struktur und Interaktionsmuster von Softwareanwendungen, einschließlich Modularisierung, Kommunikationsstilen und Bereitstellungstopologien. Sie steuert Querschnittsanforderungen wie Skalierbarkeit, Wartbarkeit und Integration, definiert Schnittstellen und Laufzeitverhalten und bietet Entscheidungsgrundlagen sowie Abwägungen für Technologie- und Organisationsfragen im Systementwurf und im breiteren Unternehmenskontext.
✔Vorteile
- Verbesserte Skalierbarkeit durch passende Entkopplung
- Höhere Wartbarkeit durch modulare Struktur
- Geringeres Risiko bei Release und Deployment
✖Limitationen
- Initialer Aufwand und erhöhte Komplexität bei Design
- Nicht alle Anforderungen rechtfertigen aufwändige Entkopplung
- Koordinationsaufwand zwischen Teams bei verteilten Architekturen
Trade-offs
Metriken
- Durchsatz (Requests/s)
Misst die Belastbarkeit der Architektur unter Last.
- Mean Time To Recover (MTTR)
Zeigt, wie schnell ein System nach Ausfällen wiederhergestellt wird.
- Release-Frequenz
Gibt an, wie häufig funktionale Änderungen ausgeliefert werden.
Beispiele & Implementierungen
E‑Commerce‑Plattform-Redesign
Zerlegung eines monolithischen Shops in domänenorientierte Services zur Verbesserung der Skalierung und schnellen Feature-Auslieferung.
Zahlungsdienst-Integration
Standardisierte Integrationslayer und Sicherheitsmodell für mehrere Payment-Provider implementiert.
Multi‑Tenant‑SaaS
Architektur mit mandantenfähiger Datenhaltung und isolierten Deployment-Pipelines zur Kosteneffizienz und Performance-Garantie.
Implementierungsschritte
Qualitätsanforderungen und Use Cases priorisieren
Architekturoptionen entwerfen und prototypisch bewerten
Governance und Schnittstellenverträge etablieren
Schrittweise Einführung mit Monitoring und Feedback
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Tight Coupling zwischen Modulen ohne klare Schnittstellen
- Veraltete Bibliotheken und inkompatible APIs
- Fehlende Automatisierung bei Deployments
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Einführung von Microservices ohne klare Ownership führt zu Inkonsistenz
- Vollständige Monolith‑Optimierung statt gezielter Modularisierung
- Ignorieren von Betriebskosten bei Cloud‑Design
Typische Fallen
- Zu frühe Spezifikation technischer Details vor Domänenverständnis
- Fehlende Messgrößen für Architekturentscheidungen
- Keine Rückkopplungsschleifen mit Betriebsteams
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Regulatorische Anforderungen
- • Vorhandene Infrastruktur und Legacy-Systeme
- • Budget- und Zeitrahmen