AI Act
EU-Rechtsrahmen zur Regulierung von KI-Systemen, der Anforderungen an Risikobewertung, Transparenz und Governance vorgibt.
Klassifikation
- KomplexitätHoch
- AuswirkungOrganisatorisch
- EntscheidungstypOrganisation
- OrganisationsreifeFortgeschritten
Technischer Kontext
Prinzipien & Ziele
Use Cases & Szenarien
Kompromisse
- Fehlende oder fehlerhafte Dokumentation führt zu Sanktionen.
- Überkomplexe Compliance-Prozesse bremsen Innovation.
- Inkonsistente Auslegung zwischen Behörden erschwert Planung.
- Frühe Einbindung von Recht, Compliance und Technik im Produktzyklus.
- Automatisierte Dokumentation von Daten- und Modell-Entscheidungen.
- Regelmäßige Audits und Lernschleifen zur Anpassung der Maßnahmen.
I/O & Ressourcen
- Produkt- und Systembeschreibungen
- Datenschemata und Datenherkunft
- Modell- und Trainingsdokumentation
- Compliance-Reports und technische Dokumentation
- Governance-Policies und Rollenbeschreibungen
- Monitoring- und Auditpläne
Beschreibung
Der AI Act ist der EU-Rechtsrahmen zur Regulierung von KI-Systemen. Er definiert Risikoklassen, Anforderungen an Transparenz, Überwachung und Governance sowie Pflichten für Anbieter und Anwender. Das Konzept unterstützt Organisationen bei Compliance, Risikobewertung und der Umsetzung rechtlicher Vorgaben. Es betrifft Produkte, Dienstleistungen und Entwicklungsprozesse im gesamten Lebenszyklus.
✔Vorteile
- Verbesserter Schutz der Bürgerrechte und Sicherheit.
- Klarheit für Anbieter bzgl. Pflichten und Nachweispfaden.
- Förderung vertrauenswürdiger Innovationen im Markt.
✖Limitationen
- Regionale Geltung: primär auf den EU-Markt fokussiert.
- Interpretationsspielräume in technischen Vorgaben möglich.
- Operative Umsetzung kann für kleine Anbieter ressourcenintensiv sein.
Trade-offs
Metriken
- Anteil konformer Produkte
Prozentualer Anteil der Produkte, die die Anforderungen erfüllen.
- Zeit bis zur Compliance-Implementierung
Durchschnittliche Dauer von Identifikation bis Umsetzung notwendiger Maßnahmen.
- Anzahl dokumentierter Audits
Zahl erfolgreich abgeschlossener interner oder externer Audits.
Beispiele & Implementierungen
EU-Vorschlagstext (Beispielanwendung)
Auszug aus dem offiziellen Vorschlag zur Veranschaulichung von Anforderungen.
Compliance-Checklist für Produktteams
Praxisbeispiel für eine Team-Checkliste zur Einhaltung von Vorgaben.
Governance-Template für Anbieter
Vorlage für interne Richtlinien zur Umsetzung der Pflichten.
Implementierungsschritte
Initiales Gap-Assessment gegenüber Anforderungen des AI Act durchführen.
Risikoklassen für Produkte und Prozesse bestimmen.
Dokumentations- und Monitoring-Prozesse einführen.
Vertrags- und Lieferantenanforderungen anpassen.
⚠️ Technische Schulden & Engpässe
Tech Debt
- Fehlende automatisierte Nachvollziehbarkeit in der CI/CD-Pipeline.
- Alte Modelle ohne ausreichende Trainingsdokumentation im Einsatz.
- Inkonsequente Datensatz- und Versionierungspraxis.
Bekannte Engpässe
Beispiele für Missbrauch
- Unvollständige Risikoanalyse führt zu falscher Risikoklassifizierung.
- Fehlende Transparenzangaben gegenüber Nutzern.
- Dokumentation nur intern und nicht prüfbar aufbereitet.
Typische Fallen
- Überschätzung der eigenen Compliance-Fähigkeit ohne externe Prüfung.
- Ignorieren nationaler Umsetzungsleitfäden trotz EU-Regelung.
- Unklare Verantwortlichkeiten zwischen Produkt- und Rechtsabteilung.
Erforderliche Fähigkeiten
Drivers (Architectural Drivers)
Constraints
- • Geltungsbereich auf EU-Recht und Exterritorialität beachten
- • Technische Standards noch in Ausgestaltung
- • Abhängigkeit von Auslegung durch nationale Behörden